Der Mountainbike-Fotografie Guide

Disclaimer: Diesen Artikel habe ich in Zusammenarbeit mit Kamera-Express.de erstellt

Über mich:

Für alle die mich noch nicht kennen...

...hi ich bin Janik und komme aus Bad Waldsee aus dem Süden Deutschlands und bin 30 Jahre alt.

Ich fotografiere mittlerweile seit ca. 8 Jahren 

Angefangen habe ich mit Skateboard- und Snowboard-Fotografie,

mittlerweile die MTB Fotografie einer meiner Hauptbestandteile geworden.

Ich habe das Glück mit einiges professionellen MTB Athleten, wie auch Firmen und Destinationen aus der Branche zusammenzuarbeiten.

Aber wie bin ich zur Mountainbike-Fotografie gekommen?

Eigentlich habe ich immer das fotografiert, was mich interessiert hat und was ich selbst gerne getan habe, egal ob das Skateboarden, Snowboarden oder das Mountainbiken ist.

Draußen zu sein und mich kreativ auszuleben war für mich schon immer der Antrieb.

Action Sport und die Action Sportfotografie begleitet mich also schon seit meiner Jugend. 

Equipment

Kamera:

Prinzipiell ist die Kamera natürlich egal und nicht ausschlaggebend für ein gutes Bild. Es gibt jedoch einige Features, die dir das Leben leichter machen und dir zu einer höheren Trefferquote verhelfen.

Dazu gehört ein schneller Autofokus, eine hohe Serienbildrate und ein geringes Rauschverhalten bei hohen ISO-Werten. 

Der Autofokus sollte gerade bei wenig Licht noch treffsicher sein, denn oft wirst du dich in Situationen wiederfinden bei denen wenig Licht ein kritischer Faktor sein wird.

Die Serienbildrate hilft dir den richtigen Moment zu erwischen. Alles zwischen 7-10 Bilder pro Sekunde sind mehr als ausreichend. Fluch und Segen: mehr Bilder heißt mehr Aufwand bei der Bildauswahl und die Qual der Wahl zu haben. Selektiver Einsatz ist hier der Key, lieber kurze gezielte Bursts als 60 Bilder über 4 Sekunden. Aber glaubt mir was eine Millisekunde ausmachen kann.

Das Rauschverhalten oder die Low light capability klingt im ersten Moment beim Outdooreinsatz irrelevant. Jedoch kann es im Wald ganz schön dunkel werden und wenn man mit sehr kurzen Verschlusszeiten arbeitet bewegt man sich schnell in höheren ISO Bereichen. Knallt lieber die ISO hoch als bei Verschlusszeit oder Blende einen Kompromiss einzugehen. Die neueren Kameras haben alle ein sehr gutes Rauschverhalten, also habt keine Angst die ISO auch mal auf 8.000 zu drehen.

Angefangen mit Nikon über eine kurze Affaire mit Sony bin ich mittlerweile bei Canon angekommen.

Meine aktuelle Hauptkamera ist die Canon R6. Welche meine Ansprüche an die optimale Kamera für mein Nutzen erfüllt. Der Hersteller ist jedoch nur noch Geschmacksache, jeder Hersteller hat ein für dich passendes Modell in seiner Bandbreite. Mich hat die Haptik und das Handling der Canon überzeugt.

Stellt sich noch die Frage Spiegelreflexkamera oder Spiegellos?

Ob Systemkamera oder DSLR ist eigentlich egal, wenn die oben genannten Faktoren passen. 

Profitipp mit der lautlosen Auslösung einer Spiegellosen Kamera wie der R6 können bei größeren Aufträgen bei denen zeitgleich auch gefilmt wird trotzdem fotografiert werden, ohne dass die Auslösegeräusche beim Videodreh stören. So müssen schwierige oder gefährliche Sektionen nicht unnötig oft gefahren werden.

Profiequipment braucht es natürlich nicht, jedoch helfen dir wetterfeste Kameras und Objektive deine Bilder bei schwierigen Wetterbedingungen sicher einzufangen. Ich bin ein Fan von robusten Kameras, gerade im Outdooreinsatz kann eine Kamera schon mal einen leichten Schlag abbekommen, dabei will ich keine Angst haben die Kamera dabei zu zerstören.

Wenn deine Kamera zwei Speicherkartenslots hat - dann nutze sie! Ich speichere meine Bilder immer auf beide Speicherkarten, gerade bei Auftragsarbeiten und bei Aktionen, die man nicht so leicht wieder nachstellen kann, ist mir diese zusätzliche Sicherheit Gold wert. 

 

Mittlerweile habe immer noch eine Backup Kamera dabei, falls mal der Fall eintritt, dass deine Hauptkamera den Geist aufgibt, kannst du so deine Arbeit trotzdem noch fertigstellen.

Objektive:

 

Lichtstarke Objektive sind ein MUSS.

Meine Go to Objektive sind das Canon RF 24-70 2.8 und das Canon RF 70-200 2.8

Mit diesen zwei Objektiven sind die meisten Brennweiten gut abgedeckt und reichen mir bei 95% meiner Aufnahmen.

Das 70-200mm Objektiv hilft z.B.. bei der Produktfotografie für realitätstreue Abbildung des Produkts.

Da ich eher selten Events oder Wettkämpfe fotografiere brauche ich keine Supertelelinsen, da ich mich relativ frei bewegen kann und keine vorgegebene Abstände halten muss.

Da ich meine Ursprünge in der Skateboard-Fotografie habe, nutze ich auch hin und wieder ein Fisheye Objektiv, welche in dort sehr oft genutzt werden. Fisheyes kreieren einen besonderen Bildlook, hier ist es wichtig möglichst nah an der Action zu sein.

Eine gute Kommunikation zwischen Model und Fotograf ist hier besonders wichtig, sonst kann dir so ein Fahrrad auch mal die Kamera aus der Hand hauen - ich spreche aus Erfahrung :)

Speicherkarten:

Deine Kamera ist nur so schnell wie deine Speicherkarten, es bringt dir nichts wenn deine Kamera 20 Bilder pro Sekunde macht, wenn deine Speicherkarte, diese gar nicht verarbeiten kann. Lese dich hier ein welche Speicherkarten für deine Kamera optimal sind.

Hier lohnt es sich ein paar Euro mehr auszugeben. 

Wie auch die zwei Speicherkartenslots gilt dies auch für das Backup daheim, egal ob auf mehreren Festplatten oder in der Cloud, Hauptsache du hast deine Bilder mehrfach gesichert.

Mein Empfehlung ist es alle bearbeiteten Bilder in einer Cloud zu speichern.

Ihr wisst nicht wie oft ich schon on the go ohne den Laptop dabei zu haben von Kunden gefragt worden bin, ob ich ihnen schnell ein bestimmtes Bild durch schicken kann - dass ist dann kein Problem und macht deinen Kunden happy.

Weitere Must - Haves:

Wenn man mit dem MTB unterwegs ist dann kann auch mal was schief gehen, was auch mal schnell das Aus

der Session sein kann.

So better be ready: Ersatzteile, wie Schläuche gegen platte Reifen, Tools, wie eine Pumpe, Multitool gehören

zur Grundausstattung.

Schau dass es deinem Model gut geht:

Wenn mal was passiert ist es immer gut wenn man Erste Hilfe Material dabei hat. Für längere Session können Snacks (Riegel, Nüsse, Bananen. haben sich in der Vergangenheit schon öfters bezahlt gemacht) und Getränke 

die sinkende Laune oder Motivation nochmals pushen.

 

Walkie-Talkies:

Damit die Kommunikation auch auf weite Distanzen klappt, dann kann dir ein paar Walkie-Talkies den A**** retten, ansonsten tun es zwei Handys auch, damit dir klar ist, wann die Action losgeht oder du dich noch über Einzelheiten mit deinem Model austauschen willst.

Und kann man bitte mal wertschätzen was für eine witzige Bezeichnung eigentlich Walkie-Talkie ist?

Genug über Hardware jetzt sollten wir darüber sprechen, wie man diese am besten einsetzt.

Technik

Wenn es um Sportfotografie geht, dann kommt man ganz schnell auf das Thema Verschlusszeit

Gerade im MTB Bereich geht es um Geschwindigkeit und das Objekt bewegt sich in einem hohen Tempo. Was es schwierig macht diese Action scharf abzubilden. Meistens will man keine Bewegungsunschärfe im Bild haben, dafür benötigt man optimaler Weise eine Verschlusszeit von 1/1000s oder kürzer.

Bei fast aller meiner Shootings ist die Verschlusszeit fix auf 1/1000s und die Blende und ISO passe ich den äußeren Umständen an. Oft hat man zu wenig Licht und bewegt sich am Limit. In dem Fall sind meine Einstellungen immer 1/1000s, meine Blende ist maximal geöffnet (F2.8) und den ISO Wert passe ich soweit an, dass das Bild richtig belichtet ist (ggf. minimal unterbelichtet).

 

Um Geschwindigkeit zu zeigen kann Bewegungsunschärfe auch ein absichtlich eingesetztes Stilmittel sein. In der Mountainbike-Fotografie wird oft auf die Mitzieher Technik zurückgegriffen. Hierbei soll bestenfalls nur das Modell scharf, oder teilweise scharf abgebildet werden und alles andere verschwimmt. Ähnlich dem Effekt wenn man aus dem Autofenster schaut und alles an einem vorbei gleitet. Dafür verwende ich eigentlich immer eine Verschlusszeit von 1/30 - 1/60s schließe die Blende auf ca. f 8 - f11 und der ISO Wert ist tagsüber bei 100-200. Am Ende ist die Verschlusszeit auch hier wieder der wichtigste Faktor, die weiteren Einstellungen sollten eine richtige Belichtung ergeben. 

Hilfreich bei Mitziehern ist es wenn du möglichst parallel zum Fahrtweg stehst und es wenig Gefälle gibt, damit die Bewegung größtenteils auf der X-Achse stattfindet. Dann solltest du dich möglichst gleich schnell wie dein Objekt bewegen, hier hilft dir die Serienbildfunktion um mehrere Chancen zu haben. 

Hier gilt mehrmals machen, wenn du nicht ein absoluter Mitzieher-Profi bist, dann braucht es hier einige Versuche bis ein brauchbares Bild dabei rumkommt. 

Umso länger die Verschlusszeit desto schwieriger, hier kann man sich auch mal von 1/80s zu 1/30s ran tasten.

Um bei schneller Action den perfekten Moment zu erwischen ist die Serienbild 

Funktion super hilfreich, jedoch ist hier das Gespür für den richtigen Moment sehr

viel mehr Wert als eine Reihe von 50 Bildern innerhalb von wenigen Sekunden. Ansonsten wirst du dich spätestens bei der Bildauswahl ärgern- also versuche

kurze gezielte Bursts von 2-5 Bildern. Kommunikation mit dem Sportler ist hier

sehr wichtig, damit du auch abschätzen kannst was passiert und wann der richtige Moment ist. Alles zwischen 7-12 Bilder pro Sekunde ist mehr als genug. 

 

Fokuspunkt: mach dir Gedanken wo dein Model auftaucht und platziere dein Autofokus

Punkt schonmal in diesem Bereich. Der kontinuierliche Autofokus (AF C) ist unbedingt notwendig, wenn dein Autofokus die Action nachverfolgen soll. Um dein Objekt sicher zu treffen sollte das Fokusmessfeld so groß wie möglich sein, aber auch klein genug damit keine anderen Objekte im Umfeld versehentlich ausgewählt werden. 

Wenn der Autofokus einfach nicht hinterherkommt oder es schwierig ist, die Komposition zu halten, dann kann man auch vorfokussieren (z.B. auf die Kurve in der

du dein Modell fotografieren willst) und dann einfach im richtigen Moment abdrücken, hier hilft dir auch der Serienaufnahme. So kannst du auch deine Komposition schon vorher festlegen und beibehalten. Gerade bei weitwinkligen Aufnahmen mit hoher Tiefenschärfe macht dies durchaus Sinn. Bei offener Blende oder längeren Brennweiten sollte der Fokus wirklich 100% sitzen, da die Tiefenschärfe sehr gering ist. Hier sollte

der Autofokuspunkt direkt auf dem Objekt sitzen.

Um hier schnell ohne großes Umstellen an der Kamera flexibel zu sein, arbeite

ich mit Backbutton Autofokus so kann ich wenn ich die AF ON Button halte den kontinuierlichen Autofokus aktivieren, wenn ich ihn aber loslasse bleibt der Fokus auf dem ausgewählten Punkt und ich kann auslösen sobald das Objekt sich am richtigen Punkt befindet.

 

Um die komplette Kontrolle über deine Einstellungen zu haben fotografiere ich immer im manuellen Modus (M) wie oben bereits erklärt hat man so die volle Kontrolle über Verschlusszeit, Blende und ISO. Wenn sich die Lichtsituationen sehr schnell ändern oder man sich unsicher ist, dann kann man auch die ISO Automatik bei fester Verschlusszeit und Blende einstellen. 

 

Um die maximale Flexibilität für die Nachbearbeitung zu haben fotografiere ich immer in RAW. So können z.B. zu dunkle Belichtungen noch gerettet werden. Außerdem kannst du so leichter deine Bearbeitung und deinen Bildstil anwenden. 

Im Vergleich zu anderen Sportfotografen, die bei Events unter Zeitdruck stehen und deshalb in JPG fotografieren um einen schnelleren Workflow zu haben, nehme ich mir lieber ein wenig mehr Zeit und nutze diese für die Nachbearbeitung. 

 

 

 

 

Im Wald kann es wirklich sehr dunkel sein und die Suche nach gutem Licht kann sich sehr

schwierig gestalten. Daher ist man immer auf der Suche nach einem ansprechendem Spot, der sowohl für den Fahrer interessant ist, aber auch vernünftiges Licht bietet. Im Optimalfall passt beides - dies ist aber nicht immer der Fall. Offene Stellen können dir hier helfen. Schaue dir genau an, welche Spots zu welcher Uhrzeit wie Licht abbekommen. Es kann durchaus Sinn machen für ausgewählte Spots eine bestimmte Zeit anzupeilen. 

Am Waldrand findet man oft schönes weiches Licht und einen dunklen Hintergrund, der sich für Motive super eignet. Dies kann für Portraits, Produkt(detail) Aufnahmen funktionieren. Außerdem umgehst du so die Reflektionen der grünen Farbe im Wald, welche z.B. Hauttöne unschön verändern. 

Gerade im Sommer ist der Wald oft sehr grün aber auch am dunkelsten, da die Blätter hier sehr dicht sind. 

Wenn du also einen Lieblingsspot hast, der sich einfach super für einen Shot eignen würde, jedoch einfach das Licht nicht passt, versuch es doch mal zu einer anderen Jahreszeit.

Motive & Perspektive

Was braucht der Kunde - welchen Zweck sollen deine Bilder haben und wo sollen diese eingesetzt werden? Dies gibt dir Aufschluss über viele Dinge: 

  • Hochformat od. Querformat
  • Motivauswahl 
  • Planung des Shootings

Bei meinen Arbeiten geht es oft um hochformatigen Content für social media und Querformatbilder für die Website, wenn man das weiß dann habe ich dies beim Shooting schon im Hinterkopf bei Hochformatbildern funktionieren diese als 4x5 oder in der Story und für eine Website werden oft Headerbilder benötigt, die sehr schmal sind, auf was man sich auf jeden Fall einstellen muss. 

Wenn es um MTB Fotografie geht, dann ist eine wichtige Komponente das Bike an sich. Gerade bei Auftragsarbeiten ist es essentiell auch Produktaufnahmen des Bikes zu erstellen. 

Dafür ist es hilfreich einen möglichst ruhigen Umgebung zu finden, damit der Fokus auch wirklich auf dem Bike liegen kann. Ein langer gerade Weg funktioniert fast immer. 

Um einem neuen Bike den nötigen Glanz zu verleihen greife ich hier öfter mal auf künstliches Licht zurück. Hierfür nutze ich zwei akkubetriebene Blitze, welche mir die nötige Flexibilität geben fast überall Bilder zu machen. 

Wenn man mit professionellen Athleten arbeitet, dann sind die verschiedensten Motive am Bike wichtig. Denn die meisten Athleten haben viele unterschiedliche Sponsoren für ihre Parts. Diese Sponsoren freuen sich wenn sie Detailshots von ihrem Produkt haben. Dies kann auch Voraussetzung für ein Sponsoring zwischen Marke und Athlet sein.

 

 

Um keine wichtigen Parts eines Bikes zu vergessen, kann hier eine Shotliste helfen. Darauf steht bei mir eigentlich immer: 

  • Full Bike Draufsicht (180° Winkel zur Kamera) hier wird im Normalfall die Seite des Antriebs als dominante Seite verwendet
  • Full bike 45° Winkel ( Meiner Meinung nach sehen die meisten Bikes in diesem Winkel am besten aus)
  • Full Bike mit Fahrer (um den Bike mehr Kontext zu geben)
  • Feder- und Dämpferelemente 
  • Antrieb
  • Bremsen (Bremsscheiben, Bremshebel, ...
  • Rahmen (Geometrie/ Hinterbau)
  • Laufräder/Mäntel
  • Sattel
  • Cockpit
  • Specials am Bike (Schriften, USPs, Designhighlights)

Gerade die Produktfotografie kann man ganz gemütlich zuhause ohne großen Aufwand üben. Pack dir einfach ein Bike, suche dir einen schönen Spot und lege einfach mal los. Hier kannst du alleine und völlig in Ruhe arbeiten und verschiedene Dinge ausprobieren.

 

 

 

 

 

Vergiss neben Bike und Action nicht die Person mit der du unterwegs bist.

Menschen reagieren sehr stark auf Gesichter und ziehen uns fast magisch an. 

Auch wenn es ein MTB Shooting ist, lass das Bike mal links liegen und widme

dich der Person. In der Fotografie funktioniert fast gar nichts ohne Menschen, zeige sie! 

Sponsoren/Auftraggeber wollen im Zweifel auch die Person vorstellen/zeigen.

Als Markenbotschafter haben sie eine starke öffentliche Wirkung. 

Und selbst wenn dein Auftraggeber kein Portrait benötigt -

freut sich dein Modell bestimmt über ein neues Profilbild ;-)

 

 

 

 

 

Auch wenn es Action Sport Fotografie heißt geht es nicht immer nur

um die Action. Zeige wo ihr euch befindet (Landschaftsaufnahmen),

zeige die gesamte Story (Detailaufnahmen z.B. kaputter Reifen, Routenplanung, Hiking, Autofahrt, etc.) und zeige Emotionen

(Anstrengung, Spaß, Ärger, Schmerz). Generell ist es immer sinnvoll

wenn du dir Gedanken machst, was du mit deiner Bildstrecke aussagen

willst und welche Motive hierfür hilfreich sein können. Außerdem kannst

du dir dann direkt Gedanken über Models, Props, Locations, etc. machen. Umso mehr du geplant hast und umso konkreter deine Vorstellung sind, desto leichter fällt dir dein Shooting.

 

Let´s talk action!

 

Aber was ist Action? Wenn du nicht genau weißt welche Momente sich für die MTB Fotografie eignen, versuche ich dir mal ein paar Startpunkte zu geben:

  • Sprünge (ein Fahrrad in der Luft sieht meistens gut aus)
  • Kurven (hier kann der Fahrer sich richtig schön in die Kurve legen) Tipp: Kurven sehen von außen fotografiert meistens am besten aus
  • technische Sektionen (Wurzeln, Steine, enge Teile des Trails)
  • Landschaften (wenn das Bild schon ohne MTBer gut aussieht, dann sieht es bestimmt mit mindestens genauso aus)
  • Seit dem das E-Bike so populär ist, sind auch technische Uphills interessant

 

Kleine gestalterische Tipps: 

 

Um dem Bild mehr Tiefe zu geben versuche eine Mischung aus Schärfe und Unschärfe. Gerade im Wald findest du für einen unscharfen Vordergrund viele verschiedene Möglichkeiten (Laub, Bäume, Blätter, Farn, Steine, ...) Gerade wenn du aus einer niedrigen Position fotografierst, ist es relativ einfach etwas als Vordergrund zu integrieren. Mein Credo ist übrigens, "Wenn man liegen kann, sollte man liegen :D " Bei den meisten Shootings dauert es meistens nicht lang bis man mich irgendwo auf dem Boden sieht. 

Generell gehe weg von der Norm, weg von den Perspektiven die wir täglich sehen - gehe tief oder hoch, klettere doch mal auf einen Baum, um einen anderen Winkel zu haben.

 

Perspektiven:

 

Versuche es mal mit einem oder mehreren Bäumen als Framing deines Bildes. Also als Rahmen, der dein Bild abschließt oder dein Objekt umschließt.

 

Egal ob Sprung, Kurve oder technische Sektion zeige alles. 

Was soll das heißen?

Der Betrachter des Bildes soll das Bild verstehen und lesen können. Zeige bei einem Sprung z.B. den Absprung aber auch die Landung, damit der Betrachter die Höhe, Weite, Schwierigkeit etc. einschätzen kann, dies gibt deinem Bild Kontext.

Wenn ich jetzt gemein sein wäre, würde ich behaupten man erkennt einen Laien, wenn er bei einem Sprung nur den Fahrer in der Luft zeigt und nicht das drum herum. Ich glaube wir haben alle bereits solche Bilder gesehen und vermutlich auch gemacht. 

Gleich verhält es sich auch bei Kurven oder technischen Sektionen, zeige woher der Fahrer kommt und wohin er fährt. 

 

 

 

 

Linien helfen dem Betrachter durch dein Bild zu führen und den Blick zu lenken.

Halte Ausschau nach Elementen, die dir hierbei helfen können. 

 

Hier kannst du auch oft den Verlauf des Trails als führende Linie nutzen.

 

 

Zeige Geschwindigkeit:

 

Lass den Dreck / das Wasser spritzen, geh nah heran, lass es Stauben.

 

Wenn der Staub gut sichtbar sein soll, dann achte darauf, dass das Licht von hinten kommt, so kommt dieser am Besten zur Geltung. Ähnlich wie wenn man Rauch oder Nebel zeigen will.

 

Das verleiht deinem Bild Dynamik und zeigt Action. Lass dein Model doch mal direkt durch eine Pfütze fahren oder halte Ausschau nach sehr trockenen/staubigen Stellen. 

 

 

 

 

 

 

Bei der Mountainbike-Fotografie ist es immer schwierig zu zeigen, wie steil deine ausgewählte Stelle wirklich ist.

Hier kann ein extremer Weitwinkel und ein niedriger Aufnahmewinkel helfen, um die Steigung realitätsgetreu zu zeigen. Aber keine Sorge auf einem Bild oder Video sieht es immer flacher aus als in Echt. 

Suche dir Referenzen, die dem Betrachter das Verhältnis zeigen. 

 

Ähnlich ist es, wenn du eine extreme Weite z.B. eines Sprungs zeigen willst, dann kann das Weitwinkelobjektiv dies auch hervorheben. Durch die Verzerrung im Weitwinkel kannst du spielen, um Elemente, die weiter am Rand sind hervorzuheben. Auch hier ist wieder wichtig, dass du sowohl die Anfahrt, den Absprung, wie auch die Landung zeigst, dass der Betrachter die Situation lesen kann.

 

 

 

Hol dir die Berge ins Bild!

 

Du hast einen gigantisches Bergpanorama als Hintergrund, es kommt

aber auf deinem Bild nicht wirklich zur Geltung?

Hier hilft dir dein Teleobjektiv, es holt deinen Hintergrund näher ran (Kompression). Alles wirkt näher zusammen. 

Und zack wird dein Hintergrund zum Hingucker.

 

 

 

 

 

Unfotogene Location:

 

Ist deine Umgebung nicht sonderlich Fotogen, aber das Licht oder ein Hindernis besonders cool, fülle dein Bild mit der Action und gehe auf eine offene Blende, so liegt der Fokus mehr auf der Action und dein Umfeld wird eher ausgeblendet - hier hilft es oft einfach mal ein paar Meter zurückzugehen und weiter reinzuzoomen, dies verleiht einen ganz neuen Look.

 

Dies hilft auch, wenn du auf einer öffentlichen Strecke bist und um dich herum viele störende Elemente, wie Schilder, Absperrbänder oder andere Fahrer sind.

Das Teleobjektiv ist in dem Fall dein Freund!

 

Das selbe gilt auch andersrum ist deine Umgebung sehr schön, dann zeige sie, mach dass Model zum i Tüpfelchen deiner Landschaftsaufnahme.

 

 

 

Ruhiger Hintergrund:

 

Suche für dein Model eine ruhigen Hintergrund, z.B. den Himmel, ein gleichmäßiges Stück Wald damit dein Model auch wirklich zur Geltung kommt.

So lassen sich Fahrer und Fahrrad oft viel besser erkennen. 

 

Ach ja und versuche deinem Model keine Bäume aus dem Kopf wachsen zu lassen - sieht immer komisch aus.

 

Glaubt mir ändere ein paar cm an deiner Position und das ganze Bild kann ganz anders wirken. 

 

 

Es gibt kein schlechtes Wetter: ein schöner Sunset kann genauso interessant sein wie ein verregneter, nebliger morgen im Wald.

 

Man sagt ja immer Morgen- und Abendsonne sei die beste Zeit zum fotografieren, dies stimmt natürlich auch. Jedoch bei so wenig Licht kann man im Wald auch mittags schon gut fotografieren, dort ist es ja schattig, wenn dann noch das Licht von hinten kommt, kreiert dies oft ein schönes Bokeh bei Offenblende.

weitere Tipps & Tricks

 

 

Suche das Besondere. Stich aus der Maße heraus. 

Wem muss ich erzählen, dass der Zugang zur Fotografie noch nie einfacher war als jetzt. 

Recherche auf Social Media etc. gut und recht, überlege dir aber wie du aus der ganzen Inspiration keine Kopie, sondern etwas Neues machst.

 

Deshalb sprich mit deinem Model für zusätzliche Inputs, die haben oft gute Ideen und bestenfalls schon Erfahrung was auf einem Bild gut aussehen kann. 

Dies kann deinen Horizont erweitern und ganz neue Möglichkeiten auftun. 

Locationauswahl: 

Eine gute Location ist schon die halbe Miete. Mache dir im Vorfeld Gedanken, wo du fotografieren willst und zu welcher Zeit (Uhrzeit, Saison, ...)

 

Locationscouting: (fast immer ist eine Location, die du kennst besser, als eine neue) 

Wenn du dann einen tollen Spot gefunden hast und einen Bildaufbau hast, der dir gefällt, dann kann man dort auch nochmal zum Sunset zurückkommen.

Apps wie Sunseeker etc. helfen dabei den Verlauf der Sonne zu sehen und dir bei coolen Locations die optimale Zeit herauszufinden.

 

Ein direkter/einfacher Zugang zur Location kann Gold wert sein gerade wenn du viel Equipment schleppen oder es mal schnell gehen muss. Ein Spot direkt neben einer Straße, Feldweg, Parkplatz - perfekt!

 

Für die Suche nach einer Location: Sprich mit Locals, sprich mit Destinationen oder Guides, die können dir hilfreiche Tipps zu Locations geben oder dir vllt einen exklusiven Zugang zu einem Spot ermöglichen, an dem du normalerweise nicht so einfach hinkommen würdest.

 

 

 

 

Wiederholungen:

 

Ruhig mehrmals machen, Wiederholungen sind ganz normal und am Ende soll jeder Happy mit dem Resultat sein. Es kann nicht immer alles klappen, mal stimmt der Moment oder das Framing nicht und mal ist die Ausführung deines Models nicht perfekt, das ist ganz normal.

Es muss dir nicht unangenehm sein, dein Model die selbe Stelle wieder und wieder fahren zu lassen.

 

Gerade beim Outdoorsport kann nicht immer alles klappen, man sollte es nicht erzwingen oft geht man ohne den Bangershot nach Hause, du hast mit so vielen Variablen zu Kämpfen, man ist der Natur ausgesetzt und hat sehr wenig Kontrolle, anders als im Studio.

Auch das ist normal. 

 

Fotografieren mit dem Smartphone:

 

Wenn du mal nur ein Handy dabei hast: entweder hast du eine App bei der man die Verschlusszeit einstellen kann, ansonsten ist es oft für ein Smartphone zu dunkel im Wald versuche es mit einem Mitzieher, so kannst du auch bei wenig Licht mit deinem Handy coole Bilder machen. 

 

 

Action Cam:

 

Eine Actioncam eignet sich nur sehr limitiert für die Action Sport Fotografie (sie machen einen tollen Job, wenn es um actionreichen Filmaufnahmen geht)

Jedoch sind sie durch ihre kleinen Sensoren nicht besondern lichtstark und oft werden die Bilder dadurch verschwommen.

Hier könnt ihr es aber auch mal mit Mitziehern versuchen oder auch mal eine Intervallaufnahme machen, während ihr eurem Model hinterherfahrt oder die Action Cam an einer spannenden Stelle am Bike des Modells befestigt. Dass kann einen sehr coolen, dynamischen Effekt haben.

 

 

 

Sonstiges: 

 

 

Es hilft dir enorm wenn man den Sport selbst ausübt & versteht. So könnt ihr euch besser in euer Model hineinversetzen und habt einen gezielteren Blick dafür was möglich und besonders ist und was nicht.

 

Wie bin ich zu dem gekommen was ich jetzt mache und wie wird man besser?

Geh raus und probier dich aus. Mach dir kein Stress

Pack dir einen Freund oder Freundin und fotografier ganz ungezwungen mal drauf los.

Das was du dabei lernst wird dir garantiert bei jedem Shooting danach weiterhelfen.

Wie bei allem geht es darum Routine aufzubauen und deinen Stil zu finden.

 

Es gibt kein Falsch: Fotografiere ein MTB in der Stadt, einen Skater in der Natur oder ein Breakdancer in den Bergen.

So lange du und dein Model dabei Spaß habt kann es nicht falsch sein. 

 

Gerade wenn man mal out of the box denkt entstehen spannende, neue Bilder und vielleicht machst du dir ja einen Namen in einem Genre, dass es zuvor noch gar nicht gab.

Verhalten

 

Ich will jetzt nicht die Ethik Keule rausholen, aber ich tu's trotzdem.

Denn es ist wichtig. Gerade für Fotografen, die sich mit dem Sport vielleicht noch nicht so gut auskennen. 

 

Wenn du dich auf einer öffentlichen Strecke befindest auf der auch andere Fahrer unterwegs sind, BITTE passt auf die Anderen auf, sie haben IMMER Vorrang! Und wissen nicht was du dort vor hast. Wenn du mit deinem MTB und deinen Fotorucksack unterwegs bist, „parke“ sie abseits der Strecke so dass sie keine Gefahr für andere Fahrer darstellt.

Wenn du mit einem Model unterwegs bist und eine bestimmte Stelle mehrfach fahren/fotografieren willst, dann haltet die Augen offen und schaut, dass ihr nicht auf der Strecke zum Startpunkt zurückgeht sondern daneben.

So sind alle happy - denn jeder ist da um Spaß am Fahren zu haben, also lass sie Fahren.

Meistens befindest du dich in der Natur, gehe bitte Rücksichtsvoll mit Pflanzen, Tieren etc. um. Zerstöre nichts, nur um dein Bild besser zu machen und hinterlasst bitte kein Müll. Wenn du die Natur sauberer hinterlässt als du sie vorgefunden hast - dann gibt das bestimmt Karmapunkte.

 

Und das Wichtigste zum Schluss - habt Spaß! 

 

Mich würde es total freuen, wenn ihr eure Erfahrungen und Tipps, die ich vielleicht vergessen habe in die Kommentare schreibt, sodass anderen auch von eurem Know how lernen können. 

 

Also let's go!

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